Estradiol, auch bekannt als 17β-Estradiol, E2 oder Estradiolvalerat, ist ein endogenes Steroidhormon, das hauptsächlich in den Eierstöcken produziert wird, mit geringerer Produktion in den Nebennieren und Hoden. Es gehört zur Klasse der Östrogene, die eine Untergruppe der Steroidhormone darstellen. Forscher beobachteten, dass Estradiol das potenteste natürliche Östrogen beim Menschen ist und eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Fortpflanzungs- und Menstruationszyklen spielt. Estradiol ist an verschiedenen physiologischen Prozessen beteiligt, einschließlich der Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale, der Regulierung des Menstruationszyklus und der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft. Es hat auch bedeutende Rollen bei der Erhaltung der Knochendichte, der kardiovaskulären Gesundheit und der Neuroprotektion. Estradiol entfaltet seine Wirkungen durch Bindung an Östrogenrezeptoren, hauptsächlich ERα und ERβ, und kann auch über nicht-genomische Wege durch den G-Protein-gekoppelten Östrogenrezeptor (GPER) wirken. Diese Bindung initiiert eine Kaskade zellulärer Ereignisse, einschließlich der Modulation der Genexpression und der zellulären Proliferation. Pharmakokinetisch hat Estradiol eine zirkulierende Halbwertszeit von ungefähr 70 Minuten. Es unterliegt einem umfangreichen First-Pass-Metabolismus bei oraler Verabreichung, was zu einer schlechten Bioverfügbarkeit führt. Verschiedene Formulierungen, wie transdermale Pflaster und intramuskuläre Injektionen, wurden entwickelt, um die Bioverfügbarkeit zu verbessern und eine nachhaltige Freisetzung zu gewährleisten. Klinisch wird Estradiol in der Hormonersatztherapie (HRT) bei menopausalen Symptomen, in der transgender Hormonersatztherapie und zur Prävention von Osteoporose eingesetzt. Es unterliegt in vielen Ländern der behördlichen Genehmigung und den Verschreibungspflichten, was seine starken biologischen Wirkungen und das Potenzial für Missbrauch widerspiegelt.