Estriol (E3), auch bekannt als Oestriol oder Blissel, ist ein endogenes Östrogen, das hauptsächlich in der Plazenta während der Schwangerschaft produziert wird. Es gehört zur Klasse der Sexualhormone und ist im Vergleich zu Estradiol ein schwaches Östrogen. Estriol wird aus androgenen Vorläufern fetalen Ursprungs synthetisiert und in den mütterlichen Blutkreislauf ausgeschüttet. Es ist auch in synthetischen Formen für therapeutische Zwecke erhältlich, insbesondere in der Hormonersatztherapie (HRT) für postmenopausale Frauen. Forscher beobachteten, dass Estriol eine bedeutende Rolle in der Schwangerschaft spielt, indem es zur fetalen Entwicklung und zu den physiologischen Anpassungen der Mutter beiträgt. Es wird häufig im Kontext seiner Auswirkungen auf das genitourinäre Syndrom der Menopause (GSM) und seine potenziellen therapeutischen Anwendungen untersucht. Estriol wirkt auf Östrogenrezeptoren, hauptsächlich ERα, um seine biologischen Effekte auszuüben. Es hat eine geringere Rezeptoraffinität im Vergleich zu anderen Östrogenen, was seine schwächeren östrogenen Effekte erklären könnte. Die Pharmakokinetik von Estriol zeigt, dass es bei oraler Verabreichung schnell absorbiert wird, jedoch auch schnell metabolisiert wird, was zu einer kurzen Dauer erhöhter Plasmaspiegel führt. Diese schnelle Metabolisierung führt zu einem kurz wirkenden östrogenen Effekt, der von der Verabreichungsart und -häufigkeit abhängt. Klinisch wird Estriol in Europa zur Behandlung von GSM eingesetzt und gilt aufgrund minimaler Veränderungen der Serumhormonspiegel als sicher. Die regulatorische Genehmigung variiert je nach Region, mit spezifischen Richtlinien für seine Verwendung in der HRT.