Estriol (E3), auch bekannt als Oestriol oder Blissel, ist ein natürlich vorkommendes Östrogen, das überwiegend in der Plazenta während der Schwangerschaft produziert wird. Es gehört zur Klasse der Sexualhormone und wird unter Östrogenen klassifiziert. Estriol wird aus androgenen Vorläufern fetalen Ursprungs synthetisiert und gilt im Vergleich zu Estradiol und Estron als schwaches Östrogen. Es ist eines der drei Hauptöstrogene im menschlichen Körper, neben Estradiol und Estron. Forscher haben sich auf seine Rolle in der Schwangerschaft und seine potenziellen therapeutischen Anwendungen in der Hormonersatztherapie (HRT) konzentriert. Die primäre physiologische Rolle von Estriol liegt in der Schwangerschaft, wo es das am häufigsten vorkommende Östrogen ist. Es ist an der Entwicklung der fetoplazentaren Einheit und den mütterlichen Anpassungen an die Schwangerschaft beteiligt. Forschungen haben auch seine Verwendung in der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren untersucht, da seine geringere Potenz und kürzere Wirkungsdauer das Risiko östrogenbedingter Nebenwirkungen verringern können. Estriol wirkt auf Östrogenrezeptoren, hauptsächlich ERα, und seine Wirkungen werden über diese Rezeptoren vermittelt. Es hat eine geringere Rezeptoraffinität im Vergleich zu Estradiol, was zu seinen schwächeren östrogenen Effekten beiträgt. Forscher haben festgestellt, dass die kurze Verweildauer von Estriol in Zielgeweben häufige Dosierungen erfordert, um nachhaltige östrogene Effekte zu erzielen. Pharmakokinetisch wird Estriol nach oraler Verabreichung schnell absorbiert, aber auch schnell metabolisiert und konjugiert, was zu einer kurzen Dauer erhöhter Plasmaspiegel führt. Seine Bioverfügbarkeit wird durch den First-Pass-Metabolismus beeinflusst, und es wird nach oraler Verabreichung umfangreich konjugiert. Klinisch wird Estriol in der Hormonersatztherapie verwendet, insbesondere bei postmenopausalen Symptomen. Es ist in verschiedenen Formen erhältlich, einschließlich oraler und vaginaler Zubereitungen. Der regulatorische Status variiert je nach Land, und es ist in der Regel verschreibungspflichtig für spezifische Indikationen. Forscher untersuchen weiterhin seine Sicherheit und Wirksamkeit in verschiedenen therapeutischen Kontexten.