Estron, auch bekannt als E1 oder Oestron, ist ein endogenes Östrogen und ein Mitglied der Familie der Steroidhormone. Es wird hauptsächlich in den Eierstöcken, im Fettgewebe und in geringerem Maße in den Nebennieren produziert. Als natürlich vorkommendes Östrogen ist Estron Teil der breiteren Klasse der Sexualhormone und ist an verschiedenen physiologischen Prozessen beteiligt. Forscher beobachteten, dass Estron eine Rolle bei der Regulierung des Menstruationszyklus und der Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale spielt. Es ist auch ein Vorläufer von Estradiol, der potentesten Form von Östrogen, und kann je nach Bedarf des Körpers zwischen diesen Formen umgewandelt werden. Der Wirkmechanismus von Estron umfasst die Bindung an Östrogenrezeptoren, insbesondere den Östrogenrezeptor Alpha, was zur Regulierung der Genexpression und nachfolgenden biologischen Effekten wie Zellproliferation und Differenzierung führt. Dieses Hormon wird im Vergleich zu Estradiol als schwaches Östrogen betrachtet, und seine physiologische Bedeutung wird oft von seinem potenteren Pendant überschattet. Pharmakokinetisch unterliegt Estron einem signifikanten First-Pass-Metabolismus bei oraler Verabreichung, was zu einer niedrigen Bioverfügbarkeit führt. Es ist mit Estradiol interkonvertierbar, und Estronsulfat dient als großes zirkulierendes Reservoir. Die Halbwertszeit von Estron variiert je nach Verabreichungsweg, und es wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert. Klinisch wird Estron aufgrund seiner schwächeren östrogenen Aktivität nicht häufig in der Hormonersatztherapie verwendet. Es ist jedoch in Forschungskontexten von Interesse, insbesondere in der Studie über Wechseljahre und Brustkrebs. Der regulatorische Status variiert je nach Region, wobei Estron in einigen Ländern auf Rezept für spezifische Indikationen erhältlich ist.