Estron (E1), auch bekannt als Oestron, ist ein endogenes Östrogen und ein Mitglied der Kategorie der Sexualhormone und Testosteronersatztherapie (TRT). Es wird hauptsächlich in den Eierstöcken, im Fettgewebe und, in geringerem Maße, in den Nebennieren produziert. Estron gehört zur chemischen Klasse der Östrogene, die Steroidhormone sind, die aus Cholesterin abgeleitet werden. Es ist eines der drei Hauptöstrogene beim Menschen, neben Estradiol (E2) und Estriol (E3). Forscher beobachteten, dass Estron sowohl als Vorläufer als auch als Metabolit von Estradiol dient, wobei eine Interkonversion in verschiedenen Geweben, einschließlich der Leber und Zielorgane, stattfindet. Estronsulfat fungiert als großes Reservoir für Estron im Körper, was seine Rolle im Östrogenstoffwechsel hervorhebt. Estron wird als schwaches Östrogen im Vergleich zu Estradiol betrachtet, spielt jedoch dennoch eine bedeutende Rolle im Kontext der Hormonersatztherapie und der Brustkrebsforschung. Der Wirkmechanismus von Estron umfasst die Bindung an Östrogenrezeptoren, hauptsächlich an den Östrogenrezeptor Alpha (ERα) und Beta (ERβ), was zur Modulation der Genexpression und nachfolgenden biologischen Effekten führt. Es spielt eine Rolle bei der Funktion des Fortpflanzungsgewebes, der Knochengesundheit und der kardiovaskulären Regulation. Pharmakokinetisch zeigt Estron große inter- und intraindividuelle Variationen in den Serumkonzentrationen. Die orale Verabreichung führt zu einem signifikanten First-Pass-hepatischen Metabolismus, während parenterale Verabreichungswege unterschiedliche Bioverfügbarkeitsprofile aufweisen. Estron wird häufig im Kontext seiner Umwandlung zu Estradiol und seiner Rolle in der Pathogenese von Brustkrebs untersucht, wobei Enzyme wie 17beta-Hydroxysteroiddehydrogenase (17beta-HSD) seine Aktivität modulieren. Klinisch wird Estron in der Hormonersatztherapie verwendet, insbesondere bei postmenopausalen Frauen. Es wird in vielen Ländern als verschreibungspflichtiges Medikament reguliert, wobei die spezifischen Rechtsstatus je nach Region variieren. Forscher setzen ihre Untersuchungen zu seiner Rolle in verschiedenen physiologischen und pathologischen Prozessen fort, einschließlich traumatischer Hirnverletzungen und Brustkrebs.