Insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 (IGF-1), auch bekannt als Somatomedin C oder Mecasermin, ist ein endogenes Peptidhormon, das hauptsächlich in der Leber produziert wird, obwohl es auch in anderen Geweben synthetisiert wird. Es gehört zur chemischen Klasse der Wachstumsfaktoren und weist strukturelle Ähnlichkeiten mit Insulin auf. IGF-1 spielt eine entscheidende Rolle beim Wachstum und der Entwicklung und fungiert als Mediator der Wirkungen des Wachstumshormons. Forscher haben IGF-1s Beteiligung an verschiedenen physiologischen Prozessen, einschließlich Glukosestoffwechsel, Muskelhypertrophie und -atrophie, Herzwachstum und Sehnenregeneration, umfassend untersucht. Bei kolorektalem Krebs ist die IGF-1-Signalübertragung am Glukosestoffwechsel und dem Warburg-Effekt beteiligt, während es im Skelettmuskel die Protein-Synthese- und Abbauwege reguliert. IGF-1 entfaltet seine Wirkungen durch die Bindung an den IGF-1-Rezeptor (IGF-1R) und aktiviert intrazelluläre Signalwege wie die PI3K/Akt/mTOR- und MAPK-Wegen. Diese Wege beeinflussen zelluläre Prozesse wie Protein-Synthese, Zellwachstum und Überleben. Pharmakokinetisch hat endogenes IGF-1 eine zirkulierende Halbwertszeit von etwa 70 Minuten, wobei sein Metabolismus hauptsächlich in der Leber erfolgt. Die Bioverfügbarkeit von IGF-1 kann je nach Verabreichungsweg variieren, wobei subkutane und intravenöse Wege in klinischen Einstellungen häufiger sind. Klinisch wird IGF-1 bei spezifischen Bedingungen wie Wachstumsstörungen bei Kindern mit schwerem primärem IGF-1-Mangel eingesetzt. Es unterliegt der regulatorischen Aufsicht, wobei die Verwendung im Sport von der Welt-Anti-Doping-Agentur aufgrund seines leistungssteigernden Potenzials verboten ist.