Insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 (IGF-1), auch bekannt als Somatomedin C und Mecasermin, ist ein endogener Peptidhormon, das hauptsächlich in der Leber produziert wird, obwohl es auch in anderen Geweben synthetisiert wird. Es gehört zur Kategorie der Wachstumsfaktoren und weist strukturelle Ähnlichkeit mit Insulin auf. IGF-1 spielt eine entscheidende Rolle im Wachstum und in der Entwicklung, indem es als Mediator der Wirkungen des Wachstumshormons (GH) fungiert. Forscher haben IGF-1 umfassend hinsichtlich seiner Beteiligung an verschiedenen physiologischen Prozessen und Krankheiten, einschließlich Krebs, Muskelhypertrophie und kardiovaskulärer Gesundheit, untersucht. IGF-1 ist entscheidend für die Regulierung des Glukosestoffwechsels, insbesondere bei kolorektalem Krebs, wo es den Warburg-Effekt beeinflusst. Es spielt auch eine bedeutende Rolle bei der Hypertrophie der Skelettmuskulatur, indem es anabole und katabole Wege moduliert, und es wurde beobachtet, dass es die koronare Atherosklerose in Tiermodellen reduziert. Mechanistisch entfaltet IGF-1 seine Wirkungen über den IGF-1-Rezeptor (IGF-1R), indem es Signalwege wie PI3K/Akt/mTOR und MAPK aktiviert, die an Zellwachstum, Überleben und Stoffwechsel beteiligt sind. Diese Signalwege stehen auch im Zusammenhang mit dem Glukosetransport und der Glykolyse, was den Stoffwechsel von Krebszellen und die Muskelproteinsynthese beeinflusst. Pharmakokinetisch hat IGF-1 eine zirkulierende Halbwertszeit von etwa 12-15 Stunden, wenn es an seine Bindungsproteine gebunden ist, die seine Stabilität im Blutkreislauf verlängern. Es wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert und von den Nieren ausgeschieden. Klinisch wird IGF-1 zur Behandlung von Wachstumsstörungen bei Kindern mit schwerem primärem IGF-1-Mangel eingesetzt. Es wird als verschreibungspflichtiges Medikament reguliert und ist aufgrund seines leistungssteigernden Potenzials im Sport von der Welt-Anti-Doping-Agentur verboten.