Leptin, auch bekannt als OB-Protein oder Adipokin, ist ein endogenes Hormon, das hauptsächlich von Fettgewebe produziert wird. Es gehört zur Zytokin-Superfamilie und wird unter den metabolischen und zirkadianen Hormonen klassifiziert. Leptin wird von Adipozyten synthetisiert und zirkuliert im Blutstrom, wobei es Informationen über Energiereserven an das Gehirn übermittelt. Forscher beobachteten, dass Leptin eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Energiehaushalts, des Appetits und des Stoffwechsels spielt. Es verringert die Nahrungsaufnahme und erhöht den Energieverbrauch und fungiert als wichtiger Regulator zur Aufrechterhaltung der Homöostase des Körpergewichts. Leptin ist auch an Immunantworten beteiligt, beeinflusst die thymische Homöostase und fördert die Differenzierung von Th1-Zellen. Das Hormon entfaltet seine Wirkungen durch die Bindung an Leptinrezeptoren (OB-R), die in mehreren Isoformen existieren. Die lange Form des Rezeptors wird überwiegend im Hypothalamus exprimiert, wo sie die Wirkungen von Leptin auf Appetit und Energiehaushalt vermittelt. Die Bioverfügbarkeit von Leptin wird durch den löslichen Leptinrezeptor (sOB-R) moduliert, der zirkulierendes Leptin bindet und dessen Aktivität beeinflusst. In Bezug auf die Pharmakokinetik hat Leptin eine zirkulierende Halbwertszeit von etwa 30 Minuten. Es wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, wobei eine beeinträchtigte Nierenfunktion zu erhöhten Leptinspiegeln führt. Klinisch wird Leptin aufgrund seiner begrenzten Wirksamkeit bei der Behandlung von Fettleibigkeit, die auf Leptinresistenz zurückzuführen ist, nicht weit verbreitet als therapeutisches Mittel eingesetzt. Die regulatorische Genehmigung für die Verwendung von Leptin ist auf spezifische Bedingungen wie kongenitale Leptinmangel beschränkt, wo es als Ersatztherapie eingesetzt wird. Weitere Forschung ist erforderlich, um seine potenziellen therapeutischen Anwendungen bei metabolischen und immunologischen Störungen zu erkunden.