Luteinisierendes Hormon (LH), auch bekannt als Lutropin, ist ein endogenes Glykoproteinhormon, das von der anterioren Hypophyse produziert wird. Es gehört zur Kategorie der Hypophysenhormone und trophischen Hormone und ist entscheidend für die normale Fortpflanzungsfunktion. Synthetische Formen, wie Lutropin alfa, wurden für den klinischen Einsatz entwickelt, insbesondere zur Behandlung von Fertilitätsstörungen. LH ist strukturell ähnlich wie humanes Choriongonadotropin (hCG), teilt sich einen gemeinsamen Rezeptor, unterscheidet sich jedoch in seinen physiologischen Rollen und dem Zeitpunkt der Expression. LH spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Fortpflanzungssystems, indem es die Produktion von Sexualsteroiden in den Gonaden stimuliert. Forscher beobachteten seine Beteiligung an der Follikelentwicklung bei Frauen und der Testosteronproduktion bei Männern. Über seine Fortpflanzungsfunktionen hinaus wurde LH mit kognitiven Prozessen und neurodegenerativen Erkrankungen, wie Alzheimer, in Verbindung gebracht, durch seine Wirkung im zentralen Nervensystem. Der Wirkmechanismus von LH umfasst die Bindung an den Rezeptor für luteinisierendes Hormon/Choriongonadotropin (LHCGR), was die Aktivierung von nachgeschalteten Signalwegen, einschließlich des cAMP-Weges, zur Folge hat, die zur Steroidogenese und anderen zellulären Reaktionen führen. Die pharmakokinetischen Eigenschaften von LH variieren je nach seiner Form. Endogenes LH hat ein pulsatile Freisetzungsmuster, während rekombinante Formen wie Lutropin alfa spezifische Halbwertszeiten je nach Verabreichungsweg aufweisen. Klinisch werden LH und seine Analoga in assistierten Reproduktionstechnologien eingesetzt und sind im Allgemeinen gut verträglich. Die regulatorische Genehmigung variiert je nach Region, wobei rekombinante Formen wie Lutropin alfa für spezifische Indikationen in der Fertilitätsbehandlung zugelassen sind.