Melatonin, auch bekannt als N-Acetyl-5-Methoxytryptamin oder Circadin, ist ein endogenes Hormon, das hauptsächlich von der Zirbeldrüse produziert und auch lokal in der Netzhaut synthetisiert wird. Es gehört zur Klasse der Indolamin-Hormone. Melatonin wird aus der Aminosäure Tryptophan über das Zwischenprodukt 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) und Serotonin synthetisiert. Es wird in einem zirkadianen Rhythmus freigesetzt, wobei die Spiegel nachts ihren Höhepunkt erreichen. Forscher beobachteten, dass Melatonin entscheidende Rollen bei der Regulierung von Schlaf und zirkadianen Rhythmen spielt und als Antioxidans sowie entzündungshemmendes Mittel wirkt, insbesondere in der Plazenta während der Schwangerschaft. Es ist an der Aufrechterhaltung der immunologischen Homöostase und der Reduzierung von oxidativem Stress beteiligt, was für eine stabile Schwangerschaftsumgebung von entscheidender Bedeutung ist. Der primäre Wirkmechanismus von Melatonin umfasst die Bindung an hochaffine G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, MT1 und MT2. Die Aktivierung dieser Rezeptoren beeinflusst die Schlafregulation, zirkadiane Rhythmen, Stimmungsstörungen und neuroprotektive Effekte. Die pharmakologischen Eigenschaften von Melatonin führten zur Entwicklung von Retardformulierungen wie Circadin und synthetischen Agonisten für therapeutische Anwendungen. Pharmakokinetisch hat Melatonin eine kurze Halbwertszeit, wobei die orale Bioverfügbarkeit aufgrund des First-Pass-Metabolismus begrenzt ist. Forscher fanden heraus, dass es gut verträglich ist und keine signifikanten kurz- oder langfristigen unerwünschten Wirkungen aufweist. Klinisch wird Melatonin als alternative Behandlung für Schlafstörungen eingesetzt und bietet im Vergleich zu traditionellen Arzneimitteln weniger Nebenwirkungen. Es ist in vielen Regionen rezeptfrei erhältlich, obwohl der regulatorische Status weltweit variiert.