Nerve Growth Factor (NGF), insbesondere die β-Untereinheit (β-NGF), ist ein endogenes Neurotrophin, das hauptsächlich an der Überlebensfähigkeit, dem Wachstum und der Differenzierung von Neuronen beteiligt ist. Es wird in verschiedenen Geweben produziert, einschließlich des Nervensystems und der Fortpflanzungsorgane bestimmter Säugetiere. NGF gehört zur chemischen Klasse der Proteine, die als Wachstumsfaktoren bekannt sind. Forscher beobachteten seine Präsenz im Samenplasma, wo es eine Rolle in der Fortpflanzungsphysiologie spielt. NGF ist ein kritischer Faktor in der Entwicklung und Erhaltung des peripheren Nervensystems und wurde hinsichtlich seiner potenziellen therapeutischen Anwendungen in der Gewebereparatur und Nervenregeneration untersucht. Forscher beobachteten, dass NGF die sensorische Innervation erleichtert, die entscheidend für die Geweberegeneration und Immunregulation ist. Es wurde hinsichtlich seiner Rolle bei okulären Erkrankungen, wie neurotropher Keratopathie und Retinitis pigmentosa, sowie in der Fortpflanzungsbiologie, insbesondere bei der Induktion des Eisprungs bei Kameliden und der Beeinflussung der lutealen Funktion bei Rindern, untersucht. NGF entfaltet seine Wirkungen hauptsächlich durch die Bindung an den TrkA-Rezeptor, was eine Kaskade intrazellulärer Signalwege auslöst, die das Überleben und die Differenzierung von Neuronen fördern. Der p75NTR-Rezeptor interagiert ebenfalls mit NGF und beeinflusst die Funktionen von mesenchymalen Stammzellen. Daten zur Pharmakokinetik von NGF sind begrenzt, aber topische und systemische Anwendungen wurden in klinischen Settings untersucht. Die klinische Anwendung von NGF umfasst Behandlungen für neurodegenerative Erkrankungen und bestimmte Augenkrankheiten, wobei rekombinantes menschliches NGF klinischen Studien unterzogen wird. Die regulatorische Genehmigung variiert je nach Region, wobei laufende Forschungen zu seinem breiteren therapeutischen Potenzial stattfinden.